Erhöhtes Überschwemmungsrisiko befürchtet
Klein Mittel Groß

Neues Wohngebiet in Groß Schneen Erhöhtes Überschwemmungsrisiko befürchtet

Die Gefahr von Überschwemmungen wird sich in Groß Schneen durch das neue Baugebiet "An der Ludolfshäuser Straße" erhöhen, fürchten Bürger. „Das Gegenteil ist richtig, das neue Regenrückhaltebecken verringert das Risiko“, erklärt Johann Schustek, der Allgemeine Vertreter des Friedländer Bürgermeisters.

Hochwasser in der Gemeinde Friedland, aufgenommen am 17.08.2015 in Friedland.

Quelle: SPF

Groß Schneen. Im Unterdorf sowie im Quartier Birkenfeld, das unterhalb des neuen Wohngebiets mit seinen 44 Wohneinheiten liegt, sind die Sorgen der Bürger groß. Die Bewohner des Birkenfelds fürchten, dass bei einem Starkregen wie im Jahr 2015 das Rückhaltebecken die Wasser- und Schlammmassen nicht halten kann. Bürger im Unterdorf warnen vor einer Überlastung des Regenwasserkanals. Bei ihnen bündele sich das gesamte aus dem Ort Richtung Leine abfließende Wasser. Es könnte zu Rückstaus, gefluteten Kellern und Beschädigungen der Häuser kommen.

„Wir erfüllen alle rechtlichen Vorgaben“, hält Schustek dagegen. An den Planungen seien zwei Ingenieurbüros beteiligt gewesen. Das beruhigt die Bürger nicht. Sie meinen, dass sich das Risiko von lokalen Starkregenereignissen durch den Klimawandel erhöht habe. Unwetter wie das von 2015 würden durch die Normen nicht berücksichtigt. Die Bürger verlangen, dass das Regenwasser des Birkenfelds gar nicht erst ins örtliche Kanalnetz eingeleitet wird. Es solle stattdessen über Kanäle Richtung Leine fließen.

„Ein Teil der Entwässerung wird nördlich des Baugebiets über offene Gräben erfolgen“, sagt Schustek. Der Rest des Regenwassers fließe in die „ausreichend dimensionierte“ Kanalisation. Die Gemeinde baue trotzdem ein Regenrückhaltebecken, um das Wasser eines möglichen Starkregens aufzufangen und dann zeitversetzt in die Kanalisation einzuleiten. Zudem würden fünf bis acht Prozent des Wassers, das Richtung der 2015 überschwemmten Schule fließe, künftig über offene Gräben abgeleitet. Das entlaste die Kanalisation zusätzlich.

Schustek räumt ein, dass der Regenwasserkanal aufgrund von zwei 90-Grad-Biegungen rückstaugefährdet sei. Eine Begradigung sei „immens teuer“. Er rät den Menschen im Unterdorf, ihre Häuser mit Rückstauklappen auszustatten, die jährlich zu warten seien. Bei einem Starkregen würden sich die Klappen schließen. Für einige Stunden könnten die Bewohner dann kein Abwasser mehr in die Kanalisation einleiten.

Der Bebauungsplan An der Ludolfshäuser Straße muss noch vom Landkreis genehmigt werden. Im Spätherbst könnten die ersten Häuser gebaut werden.

Voriger Artikel Nächster Artikel
Nachrichtenticker
Meist gelesen in Region
Alle Videos