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Barock-Quintett „The Curious Bards“ Jigs und Guinness

In der zweiten Ausgabe der Veranstaltung „Händel goes Pub“ hat das französische Barock-Ensemble „The Curious Bards“ am Mittwoch sein Publikum im Irish Pub in Göttingen begeistert. Mit irischer und schottischer Musik präsentierten die Musiker ein spannendes Begleitprogramm zu den Händel-Festspielen.

The Curious Bards: Sie verbinden europäische Barockmusik mit Stücken von irischen und schottischen Komponisten.

Quelle: R

Göttingen. Als die Musiker die Bühne betreten, wird es still im bis auf den letzten Platz besetzten Lokal. Alles wartet, aber nichts passiert. Dann erklingt aus dem oberen Stockwerk eine einsame Geige, erst sehnsuchtsvoll melancholisch, dann schneller und beschwingter. Alix Boivert, Leiter des Quintetts, kommt spielend die Treppe herunter, schlängelt sich durch die Zuschauer durch nach vorne und steht wie ein Dirigent vor seinen Kollegen, die erst jetzt einsteigen.

Boivert, Bruno Harlé (Flöten), Jean-Christophe Morel (Cister), Sarah Van Oudenhove (Viola da Gamba) und Louis Capeille (Tripelharfe) haben an den Musikhochschulen in Lyon, Paris und Basel studiert. Sie verbinden europäische Barockmusik mit Stücken von irischen und schottischen Komponisten. Neben Kompositionen von Georg Friedrich Händel, der viele Jahre bis zu seinem Tod in Großbritannien lebte, stehen Werke des Schotten James Oswald auf dem Programm.

Besonders mitreißend sind die Melodien der „jigs“ und „reels“, britischer und schottischer Volkstänze, bei denen es die etwa 110 Zuschauer kaum auf den Sitzen hält. Da wird mit Fußspitzen und Köpfen gewippt und der Takt auf Oberschenkel geklopft. Die Atmosphäre des Irish Pub gibt der Veranstaltung eine ganz eigene Note. „Die Umgebung ist perfekt für irische Musik“, sagt Boivert. Die Wärme und Luftfeuchtigkeit im Kneipen-Innenraum macht ihm allerdings auch Probleme: „Wir müssen ständig nachstimmen.“ Davon weniger betroffen ist Morel an der Cister, einer Form der Laute mit sechs Metallsaiten, die im Großbritannien des 18. Jahrhunderts sehr verbreitet war, heute aber selten zu hören ist, wie Boivert erklärt.

Die „Curious Bards“ spielen seit 2014 zusammen und werden im kommenden Oktober ihr erstes Album veröffentlichen. An diesem Abend haben sie zahlreiche Fans gewonnen.

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