Ausländische Studenten lernen Osterbräuche kennen
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Verein Göttinger Gastfreunde Ausländische Studenten lernen Osterbräuche kennen

Vrolijk Pasen, Glad Påsk oder Felices Pascuas stand am Dienstag auf der Leinwand in der Katholischen Hochschulgemeinde zu lesen. Alle Begriffe bedeuten in verschiedenen Sprachen Fröhliche Ostern. Mitglieder des Vereins Göttinger Gastfreunde brachten ausländischen Studierenden diese Osterbräuche näher.

Ausländische Studierende informieren sich über Osterbräuche.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Selten fiel das Osterfest in die vorlesungsfreie Zeit, erklärte Daniela Ramb, Gründerin und Vorsitzende des Vereins Göttinger Gastfreunde, den rund 30 anwesenden ausländischen Studierenden und Gastfreunden zur Begrüßung.

Das deutsche Osterfest und seine Bräuche schilderte dann Sabine Schulz den Studierenden, die an diesem Abend überwiegend aus Afrika und Asien stammten. Schulz lenkte das Augenmerk darauf, dass Ostern ein christliche Fest mit jüdischer Tradition ist und immer am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert werde. Sie führte die Bezeichnung Gründonnerstag auf die Bezeichnung Greinen für klagen zurück, eine eher umstrittene Deutung. Schulz berichtet schließlich noch von Gottesdiensten in den frühen Morgenstunden, in denen die Dunkelheit in der Kirche nur durch Kerzen erleuchtet würde und dem Brauch der Sorben, am Sonntagmorgen schweigend Osterwasser zu schöpfen, das für Gesundheit, Schönheit und Fruchtbarkeit bringe. Den Osterhasen erklärte sie als Fruchtbarkeitssymbol.

Vrolijk Pasen, Glad Påsk oder Felices Pascuas stand am Dienstag auf der Leinwand in der Katholischen Hochschulgemeinde zu lesen. Alle Begriffe bedeuten in verschiedenen Sprachen Fröhliche Ostern. Mitglieder des Vereins Göttinger Gastfreunde brachten ausländischen Studierenden diese Osterbräuche näher.

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Konlan Lydia Madintin, Studentin des Studiengangs Sustainable International Agriculture der Agrarfakultäten der Universität Göttingen und der Universität Kassel-Witzenhausen, berichtete anschließend von den Feiern zu Ostern in ihrem Heimatland Ghana. Sie erzählte vom Gründonnerstag, in Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu der Tag der Fußwaschung als Zeichen der Menschlichkeit. Den Karfreitag schilderte Madintin als geteilt: Die meisten Menschen würden eher still trauern, andere aber fröhlich feiern, weil Jesus die Sünden übernommen habe. Der Sonnabend sei der Trauer vorbehalten, bevor am Sonntag die Menschen zu Zeremonien gingen, sängen und tanzten. Am Montag dann würden Familien sich mit Freunden zum Picknick treffen. In Ghana gebe es „sehr viel Spiritualität an Ostern“, erzählte Madintin. Christa Morgenstern musste erst noch ihren Stand vor dem Alten Rathaus abbauen, bevor sie zu dem Gastfreunde-Stammtisch kam. Und sie erläuterte gleich, warum sie da war: „Ich bin Malerin, vor Ostern aber Ostereiermalerin“.

Die Künstlerin aus Rendshausen betreibt seit zehn Jahren auf dem Göttinger Ostermarkt ihren Stand mit bemalten Ostereiern und zeigte den Gästen den Umgang mit ausgeblasenen Eiern und Aquarellfarbe. Ihr Credo: „Jeder kann malen.“ Das erlebte auch Mateusz Kempa, der in Göttingen sein praktische Jahr als Mediziner absolviert. Der 25-jährige aus Polen war der erste, der unter Morgensterns Anleitung Tulpen auf ein Ei malte.

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